Wieso es bei Scrum keine Architekten gibt

Die kurze Antwort ist: weil es keine Planungsphase gibt.

Die lange Antwort beschäftigt sich mit Effizienz im Unternehmen, mit Karrierepfaden, und mit Wissensmanagement.

Flaschenhälse

Was macht so ein Softwarearchitekt? Einen Plan. Erst plant er und die Programmierer sind arbeitslos und dann programmieren sie und der Architekt ist arbeitslos. Dafür dass sie dauernd Däumchen drehen hat man aber keinen eingestellt.
In Anbetracht der Tatsache dass sich der Plan eh ändert weil sich der Kunde seine Prioritäten umsortierthat scheint Plan machen eine sehr ineffektive Methode.

Peters Law

Softwarearchitekt zu sein ist ein Karriereschritt. Man kriegt mehr Geld als ein Programmierer und gilt irgendwie als wichtig. Das ist natürlich fürchterlich, jeder sollte machen was er gut kann und wo er sich gut und gerne engagieren kann, und es ist ineffizient den Leuten eine Kariere als erstrebenswert vorzuführen in der sie irgendwann Sachen machen die sie auch langfristig weniger gut können als in der vorherigen Position.

Feste Karriereschemata lehne ich generell ab. Unser Bildungssystem tut so, als sei es das geilste, Universitätsprofessor zu werden. Ist es nicht. Die meisten Universitätsprofessoren die ich getroffen habe sind so eine Art Gehirn mit organischer Herz-Lungen-Maschiene unten dran. Das ist für ein paar Leute tatsächlich erstrebenswert, es für ein Vorbild zu halten ist aber gesamtgesellschaftlich eher ein Nachteil. Menschen sind unterschiedlich, feste Karriereformen machen keinen Sinn.

Wenn Kariere versprochen wird zieht man Leute an, die geil auf Kariere sind. Ob das auch die kompetentesten und engagiertesten Leute sind, oder einfach nur Opportunisten, ist nicht gesagt, ich glaube damit tappt man vor allem in eine Falle die man in der Wikipedia als “Peters-Prinzip” findet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Peter-Prinzip

kollektive Intelligenz

Ja, es gibt Leute die Entscheidungen fällen, meistens weil sie kompetenter oder charismatischer sind als andere. Aber: Menschen, die etwas komplizierteres als html coden können, sind hinreichen intelligent, dass er die Mühe und Zeit wert ist ihre Meinung einfließen zu lassen. Erstens werden dadurch bessere Entscheidungen getroffen, zweitens sind die Schaffenden motivierter wenn sie etwas umsetzen was sie mitkonzipiert haben, weil sie sich dann mit dem Vorgang besser identifizieren können, und drittens können sie dabei etwas lernen (nämlich Entscheidungen darüber zu fällen wie man es genau macht.)

Wenn ich Technologie-Events besuche, müssen sich diese mit Veranstaltungen des Chaos Computer Club messen lassen und meistens schneiden sie ganz schlecht ab (Beispiele: World Usability Day Berlin, Campus Party Europe). Wenn einer den Plan macht und man auf den Hirnschmalz der anderen verzichtet, das ist keine Vorgehensweise die die Kundenzufriedenheit fördert. Es ist einfach besser wenn alle mitdenken und viele Perspektiven einfließen. Ein diversifiziertes Team findet robustere Lösungen, ein Architekt ist gar kein Team.

Zum Schluss möchte ich noch auf einen unterhaltsamen Text zum Thema Plan-der-nichts-taugt-und-angeblich-hats-keiner-gewusst hinweisen:

http://tim.geekheim.de/snafu/

Advertisements
This entry was posted in Allgemein and tagged . Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s